Hormonie

  • Schilddrüse
  • Nebennieren
  • Geschlechtsdrüsen

Hashimoto-Thyreoiditis
Morbus Basedow
Nebennierenschwäche
Nebennierenreizung
Wechseljahre

Erschöpfung

Dr. med. univ. Berndt Rieger

Komm in die Hormonbalance


Ist es nur die Schilddrüse?


Du hast eine Schilddrüsenkrankheit diagnostiziert bekommen und erhältst L-Thyroxin als Hormonersatz und bist nicht zufrieden. Du vermutest bei Dir eine Nebennierenschwäche, bemerkst ein zunehmendes Erschöpfungssyndrom und willst etwas dagegen tun. Du befindest dich in einer Wechseljahressituationmit nachlassender Östrogenbildung und es fehlt Dir auch zunehmend Progesteron, weil der Gelbkörper immer seltener in der 2. Zyklushälfte auftritt. Du suchst eine Lösung der Beschwerden, die das macht, und erkennst bald, dass die Lage komplex ist, und es selten funktioniert, wenn man allein mit dem Fokus auf einer Drüse einen Hormonersatz für diese Drüse durchführt. Es geht dir nicht wirklich besser, und oft verschlechtert sich die Lage im Laufe der Zeit sogar.

In all diesen Situationen ist es wichtig, einen gemeinsamen Blick auf die drei großen Hormondrüsen zu werfen: Schilddrüse, Nebennieren und Geschlechtsdrüsen.


Die 3 Drüsen gemeinsam betrachten


Es ist wichtig, weil Du einen Hormonersatz brauchen wirst und sich die Frage stellt, welcher davon wie dosiert werden soll. Es geht aber auch weiter um die Frage, wie Du wieder gesund werden kannst. Ein individuell dosierter Hormonersatz kann hier weit führen, weil dieser Deine regenerativen Kräfte weckt. Du kannst, wenn Du in die Hormon-Balance kommst, leichter gesund werden ohne weitere Maßnahmen, weil ein wesentliches Problem behoben ist: Die hormonelle Dysbalance.

Hormonie oder Hormon-Balance sind Begriffe für eine gute Funktionalität und ein harmonisches Miteinander der drei großen Hormondrüsen: Schilddrüse, Nebennieren und Geschlechtsdrüsen. Ihre Tätigkeit ist stark miteinander verknüpft, und Störungen einer Drüse wirkt sich auf die Arbeit der anderen Drüsen aus. Jede Störung der Hormon-Balance betrachtet den Stand und die Aktivität der drei großen Hormondrüsen und ihr Miteinander.


Ein harmonischer Hormonersatz


Wenn wir einen Hormonersatz in Betracht ziehen, ist es wichtig, diesen auf dieses Miteinander abzustimmen. Häufig kombiniert man dann die Gabe von Schilddrüsenhormonen bei einer Erkrankung der Schilddrüse mit Geschlechtshormonen oder Nebennierenhormonen, um den Ausgleich herzustellen. Auch eine Heilstrategie, die darauf abzielt, Drüsen wieder in ihrer Funktion zu verbessern und Erkrankungen der Drüse zu behandeln, wirft zuerst den Blick auf die Veränderungen der Drüsen und ihre Antwort auf eine Erkrankungssituation. Entsprechend ergeben sich weitere Behandlungsmöglichkeiten. Mikronährstoffdefizite, Entzündungen und infektiöse Prozesse können die Hormondrüsen beeinträchtigen und eine komplexe hormonelle Dysbalance schaffen, wo für die Behandlung individuelle Lösungen gefunden werden müssen.


Beispiel Hashimoto


Ein gutes Beispiel ist die Hashimoto-Thyreoiditis. An der Oberfläche finden wir eine Entzündung der Schilddrüse, die sich zerstörerisch auswirkt und wo ein Hormonersatz notwendig ist, weil sie zu wenig Schilddrüsenhormone herstellt. Mit der Gabe von L-Thyroxin, gegeben oft schon lange vor einer Unterfunktionssituation, wird man nur selten einen Krankheitsstillstand erreichen können, und wird auch nur selten ein Hormonersatz gewährleistet, der Wohlbefinden ermöglicht. Man kann den Hormonersatz über das L-Thyroxin hinaus mit aktiven Hormonen ergänzen, und wird dann weniger Unterfunktionsbeschwerden haben. Man kann weiterhin die Möglichkeiten der Schilddrüsen, Hormone herzustellen, anregen, und ihre Regenerationskräfte wecken mit Mikronährstoffen. Dann wird man über die Nebennierenfunktion nachdenken müssen, und die Frage beantworten, inwieweit das Cortisol, das Du ausschüttest, zu Deinem Bedarf passt. Dieser Bedarf unterliegt vielen Einflussfaktoren und kann stark schwanken.

 


Biologische/

bioidente Hormone


Konventionell verabreicht man zum Ersatz von Schilddrüsenhormonen L-Thyroxin, ein Vorstufenhormon, aus dem der Körper theoretisch seine gewünschte Hormonzusammensetzung herstellen kann. Wir sprechen von etwa 58 Unterhormonen, die im Körper über Enzymtätigkeit entstehen sollen. Wenige Menschen finden mit L-Thyroxin eine befriedigende Einstellung, weil sie Krankheiten und Störungen aufweisen, die die Umwandlung der Hormone beeinträchtigt. Mit gefriergetrockneter Schilddrüse vom Schwein oder Rind profitiert der Körper, weil darin in Spuren ein großer Teil dieser Hormone bereits in aktiver Form vorliegt.

Auch auf Ebene der Nebennieren und der Geschlechtsdrüsen können biologische Mischungen von Steroidhormonen zum Einsatz kommen, oder bioidente Versionen der Hormone. In der Wechseljahressituation werden Estradiol, Estriol, Testosteron und Vorstufen wie DHEA und Pregnenolon beim Hormonersatz Bedeutung erlangen. Über die Mangelbeschwerden kann man erkennen, welche Hormone fehlen und sie individuell dosiert ersetzen.

 


Regenerative Maßnahmen


Eine Erkrankung und/oder Funktionsbeeinträchtigung von Hormondrüsen entsteht durch infektiöse und entzündliche Prozesse, Mikronährstoffmangelzustände, Fehlernährung, Giftstoffe, oder ein ungünstiges Mikrobiom. Betroffene können über die Art ihrer Beschwerden, die Veränderung von Vitalparametern wie Temperatur, Puls, Blutdruck, Biorhythmen wie Tag/Nacht und Monatszyklus und über Veränderungen des Körpers und seiner Strukturen gut erkennen, welche Ursachen in welchem Schweregrad vorliegen. Eine Hormonersatztherapie wird dann ergänzt mit Vorschlägen der Zufuhr von fehlenden Stoffen, zur Entgiftung, zur besseren Ernährung, Atemübungen und Anwendung von Klang, gezielter Bewegung und Massagetechniken, um die Drüsen wieder zu regenerieren und ihre Funktion wiederherzustellen. Selbst die umfassende, individuell und ganzheitlich angelegte Hormonergänzung regeneriert und führt Drüsen oft zur eindrucksvollen Wiederherstellung, wie man im Ultraschall bei der Schilddrüse häufig sehen kann.